
Großer Andrang im Treffpunkt Freizeit. Am 16. November verwandelte er sich für vier Stunden in ein lebendiges Labor für Familienspiele. Über 300 große und kleine Gäste folgten der Einladung zum 10. Potsdamer Eltern-Medientag (PEM) – und machten die Veranstaltung zu einem gut besuchten und durchweg positiv aufgenommenen Erlebnis. Schon kurz nach 14 Uhr füllten sich die Räume mit neugierigen Kindern und Erwachsenen.
Das besondere Markenzeichen des PEM: Ein Programm, das Medienbildung nicht erklärt, sondern erlebbar macht. Jede Station bot ihren eigenen Einstieg ins Thema – mit viel Spaß und niedrigschwelligen Aha-Momenten: Spiele, Action und Gespräche über Lust und Frust des digitalen Alltags. So konnten Familien bei Rennstrecken & Roboter erst Mario Kart spielen und dann eigene Rennstrecken entwerfen, die die kleinen Ozobots anschließend selbständig abfuhren. Ganz im Jugend-hackt-Style entstanden in der offenen Werkstatt bei Lichtspiel & Elektroschrott fantasievolle Nachtlichter aus auseinandergebauten Geräten, Kabeln und Bauteilen – ein kreatives Upcycling, das schon die Jüngsten begeisterte. Die beiden Ehrenamtlichen Detlef und Werner, die sich auch in der Offenen Werkstatt der Medienwerkstatt engagieren, hatten alle Hände voll zu tun, den Andrang zu bewältigen.
Für Gaming-Nostalgie sorgte Pixelgrafik & Pieptöne, wo Retro-Spiele wie Bubble Bobble oder Pong zeigten, dass Spieleklassiker von früher auch heute noch mühelos Generationen verbinden. Auch im großen Saal war die Brettspielarena immer prall gefüllt. Mit Störbild & Frequenzsalat wurde es künstlerisch-experimentell: Unter Anleitung der Medienkünstlerin Laura entstanden aus digitalen Fehlern faszinierende Glitches, die Teil einer interaktiven Installation wurden. Und wer selbst Musik machen wollte, landete bei Johannes Beats & Garageband – einem Raum voller iPads und spontaner Jamsessions, in denen kleine Grooves ebenso Platz hatten wie experimentelle Klangcollagen.
Neben Basteln, Spielen und Experimentieren bot der Tag auch zahlreiche Anlässe für Reflexion und Austausch. Bei Faktencheck & Medienwissen trainierten Familien den kritischen Blick auf Fake News und digitale Fallen – ein Thema, das besonders bei Jugendlichen und Eltern gleichermaßen für angeregte Gespräche sorgte. Regeln & Rollentausch zeigte humorvoll, wie herausfordernd Mediennutzung im Alltag sein kann: Kinder und Eltern wechselten die Perspektiven und entwarfen gemeinsam Mediennutzungsverträge, die wirklich für alle funktionieren sollen. Ein echtes Highlight war das Familienquiz der digidus – ein medienpädagogisches Quiz von Schüler-Medienscouts, das spielerisch Wissen zu Gaming, Social Media und KI testete. Das sorgte für großen Andrang, viel Heiterkeit und überraschende Erkenntnisse.
Beraten, Austauschen, ZuhörenWichtiges Element des PEM ist nicht nur das Ausprobieren, sondern auch die Möglichkeit zum offenen Gespräch. Gleich neben den digidus auf der Bühne stand ein Beratungsangebot der Medienwerkstatt zur Mediennutzung im Familienalltag. Was macht dich glücklich? Wieviel Bildschirmzeit verbringst du täglich? Und chillst du auch mal? Als Anregung konnte man hier auch einen eigenen „Chillwürfel“ basteln. Um Beratung und Unterstützung ging es auch an den Ständen der EJF-Beratungsstelle und von Chill out e.V. Viele Besucher:innen betonten, wie gut es tat, niedrigschwellig und ohne Bewertung mit Fachleuten und anderen Familien ins Gespräch zu kommen.
Wir fragten auch Eltern und ihre Kinder, was ihnen besonders wichtig beim PEM war. So favorisierte Svenja (34), die mit ihrer 11-jährigen Tochter da war, insbesondere die kleinen Infopakete zu Konfliktlösungen im Familienalltag hinsichtlich der Mediennutzung: „Wir werden das mit dem Mediennutzungsvertrag definitiv mal versuchen.“ Martin (41) und sein 9-jähriger Sohn waren hingegen ganz begeistert von den Digitalen Wesen, die mit KI entstanden (Stift und KI). Auch hier gilt: einfach mal ausprobieren. Durchweg spürbar war die offene, herzliche Stimmung, die den Nachmittag prägte. Kinder liefen mit leuchtenden Augen zwischen den Stationen, Familien ließen sich neugierig auf gemeinsame Spiele und Entdeckungen ein: ein Kind, das stolz einen wiederbelebten Controller in der Hand hält, Eltern, die sich von ihren Kindern KI-Animationen erklären lassen, Jugendliche, die einen Podcast aufnehmen.
Der Potsdamer Eltern-Medientag 2025 war außergewöhnlich gut besucht. Die Veranstalter:innen – Treffpunkt Freizeit, Medienwerkstatt Potsdam im fjs e. V. und Spieleladen Galadriel – zeigten wieder mal, wie vielfältig Medienbildung sein kann, wenn sie spielerisch gedacht wird und Familien ernst nimmt. Herzlichen Dank an das gesamte Team.
Die hohe Besucherzahl und das deutlich spürbare Interesse bestätigen, dass der PEM eine wichtige Rolle im lokalen Angebot rund um zeitgemäße Medienkompetenz spielt. Und schon jetzt freuen sich viele darauf, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
UB
Wir sagen Dank allen Mitwirkenden.
Fotos: Thomas Palecke und Medienwerkstatt Potsdam




















