Unsere Reparaturwerkstatt öffnete zum Nikolaus für dieses Jahr das letzte Mal. Im Januar 2026 geht‘s weiter. Zeit, mal zurückzuschauen, wie das erste Jahr so lief. Was passiert hier eigentlich und wer ist dabei?
Hürdenlauf mit Happy End
Als wir im März 2025 zum ersten Mal die Türen des MakeSpace! für dieses Angebot öffneten, war vieles noch ungewiss. Funktioniert das Konzept einer Offenen Werkstatt mit Reparaturcafé hier im Stadtteil Schlaatz? Reichen die Ressourcen, um das Angebot zu stemmen? Wie wird es angenommen? Ein knappes Jahr später wissen wir: Ja, es war nicht immer leicht, aber es hat sich gelohnt.
Was als Experiment begann – ein monatlicher Werkstatttag mit niedrigschwelligem Zugang, sachkundigen Mentor:innen und viel Raum zum Ausprobieren – ist zu einem festen Termin in unserem und im Kalender zahlreicher Potsdamer:innen geworden. Familien kamen, Jugendliche, Schrauber:innen, Jung und Alt, gemeinwohlorientierte Initiativen – und manche nur aus purer Neugier.
Rahmenbedingungen: Möglich durch Engagement
Das Angebot sollte von Anfang an barrierearm sein: kostenfrei, mit bereitgestellten Grundmaterialien, offener Atmosphäre und der Einladung, auch ohne technische Vorkenntnisse dazuzustoßen. Ermöglicht wurde dies durch einen Mix aus verschiedenen Finanztöpfen, in der ersten Jahreshälfte insbesondere durch das Bürgerbudget Schlaatz und später durch die Stiftung Ein Quadratmeter Bildung, aber auch Pro Potsdam, die Postcode Lotterie, die Landeshauptstadt und der Förderpenny sind hier zu nennen. So entstand eine Mischung aus Maker Education und bürgerschaftlichem Engagement. Viele Ehrenamtliche helfen unserem Team um Li Grunewald bei der Offenen Werkstatt. Für all das herzlichen Dank.

Jung und alt. Und zu reparieren gibt’s immer was
Auch bei einer niedrigschwelligen Veranstaltung ist viel vorzubereiten. Technik muss laufen, Material bereitstehen, freiwillige Helfer müssen koordiniert werden. Exemplarisch zeigte sich das wieder am Nikolaustag: 25 Besucher:innen zwischen 8 und 58 sind in der Werkstatt. Es riecht nach warmen PLA-Druckfilament, drei 3D-Drucker laufen pausenlos für Drachenmodelle und Co. Außerdem werden Weihnachtsbaumanhänger, Frühstücksbrettchen, Kartenmotive und Geschenkpapier, Ersatzteile produziert, ein Taschenrechner mit Wackelkontakt sowie ein Kassettenrekorder und ein Lötkolben repariert. Eine Nähmaschinenreparatur wird vermittelt, Spekulatius gegessen und Weihnachtspunsch getrunken. Ein Laptop darf sich über ein neues Linux Betriebssystem freuen und neun Personen versuchten sich erstmals am Löten.
Was die Menschen mitnehmen
Es gibt diesen Moment, der sich jeden Monat wiederholt: Jemand hält ein repariertes Gerät in der Hand – oder ein selbst gefertigtes kleines Objekt – und ist verblüfft, dass sie oder er es selbst bewerkstelligt hat. Andere kommen wegen der Atmosphäre und weil sie hier technische Fragen stellen können, die zu Hause niemand beantworten kann; weil sie Dinge in die Hand nehmen können, die sonst teuer oder unzugänglich sind; weil es cool ist, wenn gemeinsames Lernen Hemmungen abbaut als allein vor dem Problem zu sitzen.
Maker Education. Made in Potsdam.
Wir haben selbst viel gelernt. Über gute Organisation – und deren Grenzen. Über Werkzeuge, die gepflegt werden müssen. Über die Kraft von Spontanbesuchen und die Notwendigkeit guter Planung. Und immer wieder darüber, wie stark die Mischung aus Technik, Begegnung und Neugier ist. Nach Februar 2026 soll die Frequenz erhöht werden. Dank der Projektförderung von Postcode Lotterie und ProPotsdam soll das Angebot mindestens zweimal monatlich stattfinden. Die Grundidee bleibt dieselbe: ein offener, toleranter Ort, an dem zum Reparieren ermutigt wird und kleine Erfolge große Wirkung haben. Denn, zu reparieren gibt’s immer was, zu entdecken auch. Danke an alle, die uns dabei unterstützen.
Termine und Veranstaltungen im MakeSpace!
Kontakt über Li Grunewald makespace[at]medienwerkstatt-potsdam.de
Fotos: Medienwerkstatt Potsdam








